Das Ethnologische Seminar Basel lädt zur Feier seines 50. Jubiläums am 26. April 2013.
Infos zu Programm und Anmeldung finden Sie hier.

Der Vorstand der SEG ruft alle Mitglieder zur aktiven Mitarbeit in den Kommissionen der Gesellschaft auf. Insbesondere bitten folgende Kommissionen um Mitarbeit:

Kommission Medical Anthropology Switzerland (MAS)
sucht französischsprächige Mitglieder. Bitte kontaktieren Sie die Präsidentin Andrea Abraham

Wissenschaftskommission
Sucht Mitglieder und bittet - bei Interesse - um Kontaktaufnahme durch frühere Mitglieder. Bitte wenden Sie sich an die Präsidentin Frau Barbara Waldis

Arbeitsgruppe Lehre
Der Vorstand der SEG möchte eine neue Arbeitsgruppe ins Leben rufen, in der insbesondere Lehrstuhlinhaber, interessierte Mitglieder und auch Studienkoordinatorinnen (ev. ohne Mitgliedsstatus), sich über Zustand und Zukunft der Lehre der Ethnologie in der Schweiz austauschen. Bitte wenden Sie sich an Juliane Neuhaus.

ETHIK IN DER ETHNOLOGISCHEN FORSCHUNG
STELLUNGNAHME DER SEG

Von der Arbeitsgruppe «Ethik»

Die Überlegungen der Schweizerischen Ethnologischen Gesellschaft (SEG) zu einer Ethikerklärung begannen im Jahr 2006 und stehen in Zusammenhang mit dem Vernehmlassungsverfahren des Schweizerischen Bundesrates über den Verfassungsartikel und das Bundesgesetz über die Forschung am Menschen (Humanforschungsgesetz) . Der Vorstand der SEG hat seine Wissenschaftskommission damit beauftragt zu diesem Thema eine Stellungnahme zu erarbeiten. Fragen der Ethik sind, obgleich bisher nicht in einer formellen Diskussion der SEG thematisiert, immer ein wesentliches Anliegen von Ethnologinnen und Ethnologen gewesen, deren vielfältige Arbeitsfelder seit langem ethische Fragen berührt haben.

In einem Brief an das für das Vernehmlassungsverfahren zuständige Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat die SEG darum gebeten, die Ethnologie von den Disziplinen auszuschliessen, die von dem geplanten Verfassungsartikel betroffen wären. Insbesondere die Forderung nach Vorlage von individuellen «Einwilligungen zur Forschung nach hinreichender Aufklärung» wirft etliche Probleme für die Forschung in unserer Disziplin auf. Es ist nicht immer möglich, unseren Gesprächspartnern schon vor Beginn einer Forschung hinreichende Informationen über deren Risiken und möglichen Nutzen zur individuellen Beurteilung einer solchen Einwilligung zur Verfügung zu stellen: Unsere Arbeitshypothesen und unsere Probleme konstruieren sich nicht nur vor sondern auch während einer Forschung, durch die Interaktion mit unseren Gesprächspartnern.

Diskussionen innerhalb der durch die Generalversammlung der SEG 2008 gegründeten Arbeitsgruppe «Ethik» machten schnell deutlich, dass statt einer Ethikerklärung eine Stellungnahme zu ethischen Fragen besser der Vielfalt der Arbeitsfelder von Ethnologinnen und Ethnologen entspricht. Eine Ethikerklärung erschien zu normativ und zu defensiv. In der Ethnologie muss die freiwillige und aufgeklärte Einwilligung zur Teilnahme an einer Forschung ein dynamischer und fortlaufender Prozess bleiben, der allen Teilen der Forschung inhärent ist. Dieser Prozess ist nicht an klinische oder experimentelle Praktiken gebunden und kann nicht standardisiert werden. Vielmehr muss spezifischen Lokalsituationen Rechnung getragen werden, d.h. existierenden Vorgaben, Gesetzen und Ethikerklärungen der untersuchten Länder oder Gemeinschaften. Es sind die vielfältigen Risiken zu berücksichtigen, denen unsere Gesprächspartner ausgesetzt sein könnten und die bei weitem nicht nur mögliche gesundheitliche Probleme oder direkte körperliche oder psychische Reaktionen betreffen. Die Risiken können auch politischer Art sein. Andererseits finden ethnologische Forschungen nicht ausschliesslich in sensiblen Bereichen statt, und die Risiken, die sie für die beteiligten Populationen bedeuten können, bleiben in der Regel verhältnismässig.

Um diese Stellungnahme zu verfassen, haben wir uns von verschiedenen Texten anderer ethnologischer Vereinigungen inspirieren lassen und von denjenigen der Ethnologie nahe stehender Disziplinen (hauptsächlich Soziologie und Politikwissenschaften). Bestimmte Teilbereiche der Ethnologie können den Literatur-, den Geschichtswissenschaften und dem Journalismus nahe stehen. Allerdings werden in diesen Berufsfeldern Fragen der Ethik ganz anders betrachtet als in der Ethnologie. Auch wenn in anderen Disziplinen seit wesentlich längerer Zeit entsprechende Dokumente existieren, scheinen sie doch deutlich weniger mit den vorher angesprochenen Fragen befasst zu sein. Die existierende Vielfalt der Fächer und Standpunkte erklärt zumindest teilweise die zahlreichen Debatten über Ethikerklärungen und deren Annahme oder Ablehnung.

Die Arbeitsgruppe «Ethik» der SEG möchte mit der folgenden Stellungnahme zu Fragen der Ethik in der Ethnologie eine Debatte eröffnen und zur Diskussion aufrufen. Wir schlagen die folgende Stellungnahme bei der Generalversammlung der SEG vom 5. Juni 2010 zur Abstimmung vor.

Die ganze Stellungnahme als PDF herunterladen

Die Schweizer Ausschaffungsinitiative: Eine Stellungnahme der Schweizerischen Ethnologischen Gesellschaft (SEG)

Wir EthnologInnen und SozialanthropologInnen, die in der Schweiz leben und arbeiten, wollen nachdrücklich unsere Besorgnis über die Ausschaffungsinitiative, den Gegenvorschlag und die derzeitige politische Debatte in der Schweiz zum Ausdruck bringen. Wir konstatieren eine zunehmende Fremdenfeindlichkeit, welche sich in Diskussionen über die Behandlung ausländischer Straftäter und ihrer Familien, über baurechtliche Vorschriften für religiöse Gebäude und das Einbürgerungsprozedere manifestiert. Diese politischen Vorstösse verweisen auf eine systematische Ausgrenzung bestimmter Teile der Bevölkerung. Wir sind der Meinung, dass es in der Ausschaffungsinitiative nicht um die Verringerung von Kriminalität geht – ebensowenig wie es in der Minarettinitiative um Minarette ging –, sondern um die Schaffung vereinfachter Feindbilder zum Zwecke des politischen Wahlkampfs und der Inszenierung staatlicher Durchsetzungskraft. Politische Scheingefechte wie die Ausschaffungsinitiative und der Gegenvorschlag verhindern die Auseinandersetzung mit den aktuellen globalen Herausforderungen und verschliessen Chancen für die Zukunft.

Für den Vorstand der SEG: Laurence Ossipow Wuest (Präsidentin), Heinzpeter Znoj (Vizepräsident), Ellen Hertz, Bettina Beer, David Bozzini, Brigit Obrist, Juliane Neuhaus (Generalsekretärin), Baltz Alter

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Der Prix Jubilé ist dem akademischen Nachwuchs der Schweiz gewidmet. Mit dem Preis wird eine junge Forscherin oder ein junger Forscher der Geistes- und Sozialwissenschaften für die Qualität eines Artikels ausgezeichnet, der in einer wissenschaftlichen Publikation veröffentlicht wurde. Der mit Fr. 10'000.- dotierte Preis wird alljährlich an der Jahresversammlung der SAGW verliehen.

Eine Kommission, die sich aus neun Professorinnen und Professoren sowohl der Geistes- wie auch der Sozialwissenschaften zusammensetzt, trifft die Wahl der Preisträgerin oder des Preisträgers. Der Preis kann höchstens zwei Kandidierenden gleichzeitig verliehen werden.

Der «Prix Jubilé» wurde anlässlich des 50. Geburtstages der SAGW geschaffen.

Alle Informationen finden Sie auf die SAGW-Website

Die Akademien der Wissenschaften Schweiz schreiben den Prix Média akademien-schweiz 2011 aus.
Dieser wird in den vier Disziplinen Naturwissenschaften, Geistes- und Sozialwissenschaften, Medizin und Technische Wissenschaften vergeben und ist mit je 10'000.- CHF dotiert.

Alle Informationen finden Sie auf die Website der Akademien der Wissenschaften Schweiz