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Nach einer langen Phase der Stigmatisierung als marginales Thema besteht seit Ende der 1990er Jahre ein wachsendes Interesse für die Anthropologie der Kindheit und der Adoleszenz. Dieses wird ersichtlich in der Organisation zahlreicher internationaler Symposien, wie auch in Publikationen durch renommierte Verlage zu diesem Thema.
Das vorliegende Dossier sieht sich als Teil dieses dynamischen und innovativen Ansatzes der Sozialanthropologie, wobei Kinder und Jugendliche als soziale Kategorie in den verschiedenen Bereichen der Anthropologie (politische, wirtschaftliche, religiöse etc. Anthropologie) einbezogen werden. Dabei gehen wir von dem Prinzip aus, dass Kinder und Jugendliche in bindende soziale Strukturen eingegliedert sind und dass institutionelle Dynamiken ihren Blickwinkel und ihr Handlungsfeld beeinflussen.
Zugleich sind sie vollwertige Akteure, die bestimmte Repräsentationen und Praktiken entwerfen. Ihre Einbettung in die verschiedenen sozialen, sowohl an die häusliche Sphäre wie auch an den öffentlichen Raum gebundenen Bereiche, bietet ihnen die Möglichkeit der Entwicklung spezifischer Sichtweisen über ihre soziale Umgebung, wie auch über sich selbst.
Ohne essentialisierend zu sein, wollen wir die Fixierung und die Flexibilitäten der Zusammengehörigkeiten untersuchen und uns fragen, auf welche Weise Kinder und Jugendliche:
Die Artikel beziehen sich auf unterschiedliche sozio-politische Kontexte, untersuchen kritisch Bereiche und Zusammenhänge, und betrachten die sozialen Handlungen der Kinder/Jugendlichen untereinander oder in intergenerationeller Hinsicht: Sport- und Freizeitklubs, kirchliche Organisationen, Orte der Geselligkeit, Pfadfinderbewegung, schulische und nicht formalisierte Kontexte (Schulhof, Kantine, Lager)1, vorschulische Kontexte, Kindergeburtstage, Spielplätze, öffentliche Orte, Kinderparlamente und andere Orte der Förderung staatsbürgerlicher Identität, das Internet und soziale Netzwerke, Vereinigungen von MigrantInnen, Kurse zur "Herkunftskultur bzw. - sprache", Vereinigungen adoptierter Kinder, spezialisierte Erziehungsinstitutionen, Kinder-Hotlines (z.B.: SOS Kind), die Pflege/Erziehung (care) in der häuslichen Sphäre (durch Tagesmutter, Erzieherinnen, Kindermädchen), Krankenhäuser, ehrenamtliche und bezahlte Arbeit (durch welche Kinder Dienste oder Güter produzieren oder konsumieren).
1 Aufgrund der Vielzahl bereits vorhandener Publikationen zur Anthropologie der Schule wollen wir vor allem die nicht formalisierten schulischen Beziehungen thematisieren.
Die Artikel sollten auf einer empirischen Untersuchung basieren und eine theoretische Reflexion enthalten. Wenn angebracht, können sowohl der methodische Ansatz wie auch relevante ethische Überlegungen thematisiert werden. Die Texte können auf Französisch, Englisch, Deutsch oder Italienisch verfasst sein. Themenvorschläge senden Sie bitte per Email an beide Editorinnen, Véronique Pache und Laurence Ossipow.
Termine
Weitere Informationen zu Tsantsa, der Zeitschrift der Schweizerischen Ethnologischen Gesellschaft, sowie genauere Hinweise für AutorInnen finden sich unter:
http://www.seg-sse.ch/de/publications/tsantsa.shtml
Call for papers auf deutsch (PDF).
Bitte leiten Sie diesen call for papers an andere mögliche InteressentInnen weiter! Danke!
Abgabeschluss (für Tsantsa 17.2012): 1. Oktober 2011
Die Rubrik "freie Artikel" veröffentlicht freie Beiträge, die sich mit theoretischen Fragen der Sozial- und Kulturanthropologie auseinandersetzen oder empirische Daten über wenig behandelte Themen vorstellen. Die Texte sollten Perspektiven öffnen, originelle Hypothese entwickeln, Schlüsselkonzepte anders beleuchten oder neue analytische Werkzeuge anbieten. Artikel werden einem (internen und externen) peer-review-Verfahren unterzogen.
Richtlinien:
Manuskripte können - mit einer kurzen Zusammenfassung von max. 20 Zeilen - bis spätestens 1. Oktober 2011 an folgende Adressen geschickt werden:
Suzanne Chappaz-Wirthner,
Saskia Walentowitz
Mehr Informationen: Pdf-Dokument
Die Rubrik "Laufende Forschungen" bietet Schweizer Forschenden bzw. Forschenden an Schweizerischen Institutionen ein Forum, ausgewählte Aspekte ihrer aktuellen Forschung einem breiteren Publikum zu präsentieren. Sie bietet die Gelegenheit einer Zwischenbilanz, der Reflexion sowie der Diskussion spezifischer (thematischer, theoretischer, methodologischer etc.) Fragestellungen, die sich im Forschungsverlauf ergeben.
Jede Ausgabe von Tsantsa veröffentlicht in der genannten Rubrik etwa sechs Beiträge in deutscher, französischer oder englischer Sprache. Die Artikellänge beträgt 17.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen und Bibliographie).
Gegenwärtig suchen wir Beiträge für die Ausgabe Tsantsa 17, die im Mai 2012 erscheint.
Bitte senden Sie Ihre Artikel bis spätestens 1. Oktober 2011 an:
> Siehe die Richtlinien für die AutorInnen -Pdf Dokument
Eingabedaten:
1. Oktober 2011
Die beiden SEG-Kommissionen "Redaktion" und "Kommission für audiovisuelle Medien" organisieren gemeinsam eine jährliche Ausschreibung für Bildbeiträge aus sozialanthropologischer Perspektive. Die ausgewählten Bilder sollen in Tsantsa publiziert werden und stellen einen integralen Bestandteil der visuelle Medien der Zeitschrift dar.
Ziel der Ausschreibung ist es, eine Plattform für visuelle Medien aus sozialanthropologischer Sicht zu schaffen. Die Ausgangslage ist dabei eine zweifache: Obwohl visuelle Wahrnehmung und Repräsentation die ethnologische Wissenschaft gleichermassen konstituieren, verliert sich die visuelle Ebene jeweils im Prozess des Schreibens. Im Zeitalter der virtuellen Realität und der digitalen Bildreproduktion bilden visuelle Dokumente darüber hinaus ein Feld für eine kritische Reflektion und Auseinandersetzung. Indem sie stets Widersprüche und Skepsis auslösen, profitieren sie fortlaufend von der Magie der Effekte des Realen, welches sie hervorbringen.
Für die Ausschreibung gelten folgende Teilnahmebedingungen: Interessierte Personen werden gebeten, einen Bildessay einzureichen, welcher zum einen um die zehn Fotografien zu einem bestimmten Thema enthält und zum anderen in einem Text von maximal 7000 Zeichen die Präsentation und Analyse des Bildbeitrags vornimmt, einschliesslich einer kritischen Reflexion sowohl von Inhalt wie Form. Vor dem Hintergrund eines Verständnisses des Visuellen als Bedeutungsträger (und in bestimmten Fällen auch als simple Textillustration) soll der Text eine gezielte Bildinterpretation ermöglichen und mit den Bildern in einem Dialog stehen. Die Beiträge werden nach ihrer thematischen und konzeptionellen Originalität sowie nach ästhetischen Kriterien ausgewählt. Beiträge mit einem thematischen Bezug zum Dossier werden bevorzugt, ein thematischer Bezug ist jedoch nicht Bedingung. Da Tsantsa keine Farbbilder abdruckt, müssen die Bildbeiträge im Hinblick auf eine Schwarz-Weiss-Reproduktion konzipiert werden.
Die Fotografien müssen gemeinsam mit dem Textbeitrag auf CD, DVD oder per Email in einem genügend komprimierten Format (JPEG oder PDF) eingereicht werden. Die Publikation der Bildbeiträge basiert auf dem Original.
Die Einreichefrist für Tsantsa 16.2011 ist der 01. Oktober 2011. Dieser Termin ist im Interesse sämtlicher Beteiligter verbindlich.
Für die Vorschläge auf Deutsch und Englisch: Boris Boller
Für die Vorschläge auf Französisch: Hélène Martin
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